Wo ich herkomme...
Meine Oma Elli hat nie mit uns geschimpft, und doch war alles in bester Ordnung: Wir Kinder wurden gut versorgt, waren einfach dabei. Stolz, wenn wir im Garten helfen durften!
Erst heute wird mir ihr Pensum klar: 40 Stunden im VEB Wärmegerätewerk Cossebaude, 2 Stunden Weg täglich. Wohnung putzen, Wäsche waschen (teilweise mit der Hand), aufhängen, abnehmen, bügeln, legen, ausbessern. Mahlzeiten zubereiten, Abwasch. An Feiertagen Kuchen backen und eine festlich gedeckte Tafel... Und dann der Garten: Äpfel und Birnen haben wir gepflückt, vorsichtig sortiert und mit dem Leiterwagen zur Sammelstelle gefahren. Die aufgelesenen wurden ausgeschnitten, zu frischem schäumendem Saft gepreßt...
In meiner Erinnerung haben wir viel gelacht, es war hell, warm, freundlich.
Woher kommt diese Kraft?
...und wie ich dazu kam
Ich durfte früh in meinem Leben selbst eine gute Erfahrung machen mit Therapie: Bei einer Oberärztin, die den Mut hatte, auf ihrer Station in Ostberlin auf Medikamente weitgehend zu verzichten.
Dort hab ich erlebt wie es ist, wenn ich ernst genommen werde. Begann mir selbst zu vertrauen: meinen Gefühlen, Impulsen... den Wahrheiten meines Körpers. Die Veränderungen die das zuwege brachte, haben mich tief beeindruckt. So entstand der Wunsch, Therapie zu meinem Beruf zu machen.
Meine Haltung und Lieblings-Methoden
Nur was wir annehmen, kann sich wandeln. Ein Grundgesetz der Seele. 🙂
Lösungsorientiert heißt: Ich bin sicher, du weißt in deinem Leben besser Bescheid als ich. Darum geb ich lieber keine Ratschläge. Wir arbeiten gemeinsam daran, daß der Zugang wieder frei ist - zu deiner Fähigkeit selbst die passende Lösung zu finden.
EMDR ist mein liebstes Werkzeug geworden - besonders für den Umgang mit Traumata.
Von der systemischen Therapie hab ich gelernt, das GANZE mit zu betrachten. Das wo wir herkommen, das Drumrum.
Und Bioenergetik nach Wilhelm Reich hört auf die Wahrheit des Körpers. Eine Anspannung kann zum Beispiel ein unterdrückter Impuls sein, uns zu wehren oder zu fliehen. Wenn wir ihm nachgeben, sich die Spannung entladen lassen, entdecken wir manchmal ganze Geschichten!
Warum "Prisha"? Wurzeln...
Meine Eltern gaben mir den Namen Patricia. Ich denk, sie wünschten mir Freiraum meine Talente zu entfalten (der vor allem meiner Mutter bestimmt fehlte 🙁).
Heute weiß ich: "Patrizier" waren die Super-Reichen im Alten Rom. Menschen wurden versklavt, grausamst gequält - während jene im Luxus schwammen und die innere Leere im Wein ertränkten.
Das will ich nicht weiterführen!
Die Abkürzung "Prisha" hat meine Nichte Helene erfunden, als sie 4 Jahre alt war. 🙂
Prisha ist slawisch, behaupte ich einfach - Masha, Sasha, Prisha :)
Es erlaubt mir, an unsere elbslawischen Wurzeln zu erinnern: Omsewitz, Dresden - die Orte meiner Kindheit. Die Prignitz und das Wendland - wo ich heute lebe.
Und es hat noch einen Vorteil: Solche Namen gelten für Jungs UND Mädels! Das gibt Freiheit! 🙂
Ich mag nämlich nicht in eine Schublade gepreßt werden. In gar keine!!!