Wie ich dazu kam
Ich durfte früh in meinem Leben selbst eine gute Erfahrung machen mit Therapie - bei einer Oberärztin, die den Mut hatte, auf ihrer Station in Ostberlin auf Medikamente weitgehend zu verzichten.
Dort hab ich erlebt wie es ist, wenn ich ernst genommen werde. Begann mir selbst zu vertrauen: meinen Gefühlen, Impulsen, den Wahrheiten meines Körpers...
Was für Veränderungen das brachte, das hat mich tief beeindruckt! So entstand der Wunsch, Therapie zu meinem Beruf zu machen.
Warum Heilpraktikerin?
Nach fast 20 Jahren Tätigkeit in Einrichtungen wie einer Uniklinik - als Spieltherapeutin, Familientherapeutin, Projektleitung, als Beraterin in einem Frauenhaus... hab ich den Schritt in die Selbständigkeit gewagt.
Die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie hab ich abgelegt, weil das die einzige Möglichkeit ist, wie ich mit meinem niederländischen Grundstudium in Deutschland selbständig therapeutisch arbeiten darf.
Nur sehr wenige Krankenkassen erstatten eine Behandlung bei einer "HP Psych".
Ich bedaure diese Strukturen vor allem im Hinblick auf gleiche Chancen auf eine gute und bezahlbare Behandlung für alle und auf die Nutzung der vorhanden Ressourcen! Denn so wie mir geht es vielen gut ausgebildeten, erfahrenen Kolleginnen!
... und jetzt
Seit einigen Jahren baue ich diese 2 Bereiche auf: Einzelarbeit in Form von Psychotherapie, Beratung, Coaching auf der einen Seite. Und auf der anderen mit Gruppen: Workshops, Supervision. Gesprächsrunden und Kurse,
Sinnvolle, effektive Verständigung - miteinander und mit uns selbst - das ist wohl das verbindende Thema. Eine Frage, die mich auch schon lange begleitet: Wie können wir Traumata heilen, die sehr früh geschehen sind - im Mutterleib oder kurz nach der Geburt? Belastungen die über Generationen weiter gegeben wurden, irrige Überzeugungen, die immer noch Macht ausüben in unseren gesellschaftlichen Strukturen und in unserem Denken. (Wie: "Wer betroffen ist, ist selber schuld!")
An Gruppen begeistert mich, wenn es "läuft"! Wissen und Fähigkeiten geteilt werden und etwas entsteht das mehr ist als jede einzelne von uns. Wie es Trost gibt, Klarheit und Energie.
Meine Haltung und Lieblings-Methoden
Selbstbestimmung ist die Voraussetzung für Ordnung. Und wandeln kann sich nur das, was wir annehmen. Darum halte ich nichts von Druck, von Vorwürfen oder gar Beschämung!
Eine gute Basis entsteht ohne Machtgefälle, aber mit klaren Rollen. Vielleicht ist das sogar das Wichtigste: größtmögliche Klarheit und Aufrichtigkeit in den Rollen die wir füreinander haben. Ein Weg, der immer wieder neu zu finden ist.
EMDR und die Imaginative Therapie nach Luise Reddemann sind nach meiner Erfahrung hilfreiche Werkzeuge bei der Verarbeitung von Traumata.
Von der systemischen Therapie hab ich gelernt, das GANZE mit zu betrachten. Zum Beispiel auch kollektive Traumatisierungen über mehrere Generationen wie Mißachtung von Frauen, Armut, Rassismus.
Und Bioenergetik nach Wilhelm Reich hört auf die Wahrheit des Körpers. Eine Anspannung kann zum Beispiel ein unterdrückter Impuls sein, sich zu wehren oder zu fliehen. Wenn wir ihm nachgehen, die Spannung sich entladen lassen, entdecken wir manchmal ganze Geschichten.
Die größte Entdeckung der letzten Jahre war für mich die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg. Einfach und revolutionär!
Diese Arbeit erfüllt mich. Ich bin dankbar, wenn ich damit meinen Lebensunterhalt bestreiten und mich ihr widmen kann.